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Wer in Österreich im Casino spielt, spürt die Steuer nicht direkt – und doch ist sie in jedem Einsatz enthalten. Die Glücksspielabgabe beträgt für Casinospiele 16 Prozent des Einsatzes. Das bedeutet: Von jedem Euro, den Sie an einem Spielautomaten oder am Roulettetisch setzen, fließen 16 Cent an den Staat, bevor überhaupt ein Gewinn ausgezahlt werden kann. Bei einem Einsatz von 100 Euro sind das 16 Euro, die nicht in den Gewinnpool gelangen.
Für Sportwetten gilt ein anderer Satz: Hier werden 2 Prozent des Einsatzes fällig, bei Online-Wetten mit österreichischer Lizenz ebenfalls 2 Prozent. Der Unterschied erklärt, warum die Auszahlungsquoten bei Automaten deutlich niedriger sind als bei Sportwetten. Ein progressiver Steuersatz, wie er bei Einkommen angewendet wird, kommt hier nicht zum Einsatz – die Glücksspielabgabe ist eine flat tax auf den Einsatz, unabhängig von der Höhe des Gewinns.
Diese Konstruktion hat eine unangenehme Konsequenz: Wer häufig spielt, zahlt die Steuer auch dann, wenn er unterm Strich verliert. Die Abgabe wird nicht mit Gewinnen verrechnet, sondern fällt bei jedem einzelnen Einsatz an. Genau deshalb ist die effektive Belastung für Vielspieler höher als die oft zitierten 16 Prozent vermuten lassen.
In Österreich sind Gewinne aus einem inländischen konzessionierten Casino grundsätzlich einkommensteuerfrei. Wer im Casino Velden oder im Casino Linz einen Jackpot knackt, muss den Gewinn nicht in der Einkommensteuererklärung angeben. Auch Gewinne aus Sportwetten bei einem österreichischen Anbieter bleiben steuerfrei – die Abgabe hat der Wettanbieter bereits abgeführt.
Anders sieht es bei Gewinnen aus dem Ausland aus. Wer bei einem Online-Casino ohne österreichische Lizenz spielt – etwa bei Anbietern wie Wildcasino oder HeyCasino, die keine Konzession für den österreichischen Markt haben –, riskiert nicht nur rechtliche Probleme, sondern auch eine steuerliche Nachbelastung. Die Finanzverwaltung kann solche Gewinne als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder als sonstige Einkünfte einstufen. Ein progressiver Steuersatz von bis zu 55 Prozent kann dann auf den Gewinn angewendet werden – ein Szenario, das bei einem größeren Gewinn existenziell werden kann.
Ein konkretes Beispiel: Ein Spieler aus Salzburg gewinnt 20.000 Euro bei einem nicht lizenzierten Anbieter. Meldet er den Gewinn nicht, macht er sich strafbar. Meldet er ihn, kann das Finanzamt je nach Höhe des übrigen Einkommens einen Steuersatz von 35 bis 48 Prozent ansetzen – es bleiben ihm also unter Umständen nur 10.000 bis 13.000 Euro. Bei einem lizenzierten Anbieter hätte er die volle Summe behalten.
Poker ist in Österreich ein Sonderfall. Die klassischen Texas Hold'em-Regeln gelten auch hier: Zwei Karten erhält jeder Spieler, fünf Gemeinschaftskarten werden aufgedeckt, und die beste Fünf-Karten-Kombination gewinnt. In lizenzierten Casinos wird pro Pot eine Gebühr einbehalten – der sogenannte Rake. Diese Gebühr ist bereits die Steuer, die der Veranstalter abführen muss. Für den Hobby-spieler bleibt der Gewinn steuerfrei.
Wer jedoch professionell pokert und seinen Lebensunterhalt damit bestreitet, läuft Gefahr, als Gewerbetreibender eingestuft zu werden. Dann greift der progressive Steuersatz – und der Rake wird zur Betriebsausgabe, die gegengerechnet werden kann. Die Abgrenzung zwischen Hobby und Profession ist in der Praxis schwierig und Gegenstand vieler Verfahren. Ein Spieler, der regelmäßig an Turnieren in Wien und Linz teilnimmt und dabei über Jahre hinweg Gewinne erzielt, kann schnell in diese Kategorie fallen.
Für Gelegenheitsspieler ist Poker damit eine der steuerlich freundlichsten Varianten des Glücksspiels in Österreich. Anders als bei Automaten, wo die 16-Prozent-Abgabe auf jeden Einsatz fällig wird, bleibt beim Pokern der Gewinn – abzüglich Rake – vollständig beim Spieler. Das erklärt, warum Texas Hold'em in österreichischen Casinos so beliebt ist.
Viele Spieler glauben, mit einer Paysafecard anonym bleiben zu können. Tatsächlich ist die Paysafecard in Österreich ein zugelassenes Zahlungsmittel, das in vielen Trafiken und Tankstellen erhältlich ist. Doch die Anonymität hat Grenzen: Seit der Verschärfung der Geldwäschevorschriften ist für die Eröffnung eines my Paysafecard-Kontos ohne Identifizierung nur noch ein begrenztes Guthaben möglich. Für höhere Beträge ist eine Verifizierung erforderlich.
Steuerlich spielt die Zahlungsmethode keine Rolle. Wer mit Paysafecard bei einem lizenzierten Anbieter einzahlt, zahlt die Glücksspielabgabe indirekt über den Anbieter. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter einzahlt, riskiert die bereits beschriebenen steuerlichen Konsequenzen – unabhängig davon, ob er mit Kreditkarte, Paysafecard oder Eurobon bezahlt. Der Eurobon, ein Gutschein, der in einigen Trafiken erhältlich ist, ändert daran nichts.
Ein häufiger Irrtum: Die Steuer fällt nicht auf die Auszahlung an, sondern auf den Einsatz. Das bedeutet, dass auch ein Spieler, der mit Paysafecard einzahlt und verliert, die Steuer bereits indirekt getragen hat. Bei einem Einsatz von 50 Euro über Paysafecard fließen bei einem lizenzierten Automaten 8 Euro an den Staat – unabhängig davon, ob der Spieler am Ende mit Gewinn oder Verlust nach Hause geht.